Alle Infoveranstaltungen «erneuerbar heizen» sind abgesagt und auf unbestimmte Zeit verschoben. Weitere Infos

24.10.2019

Wasser erlebbar gemacht

Die MPS Rothenthurm durfte die Rezertifizierung als Energieschule entgegennehmen. Damit gehört sie zu den ersten Schulen schweizweit, die das 2015 entwickelte Label halten konnten. An der Schule selber geht der Courant normal weiter: Nur ein paar Tage nach der Rezertifizierung bringt eine geführte Ausstellung an der Mittelpunktschule den Schülerinnen und Schülern alles rund ums Thema Wasser näher. Sechs Experimente zeigen auf, wie Wasser unseren Alltag begleitet. Teils offen erkennbar, teils im Verborgenen.

Mit Quizfragen in der Hand machen sich die Schüler der Klasse A 2.2 an die Arbeit. Wie viel Wasser verbrauchen wir täglich? Wie viel Strom wird in der Schweiz mit Wasserkraft erzeugt? Was leisten Waldböden? An verschiedenen Experimenten können die Jugendlichen Hand anlegen und ausprobieren, wie bestimmte Mechanismen funktionieren. Sie lernen etwa, dass ein Wasserkraftwerk Restwasser für Fische belassen muss oder dass Wasser in der Blumenwiese versickert, auf der betonierten Strasse aber nicht.

Umgesetzt wurde die Ausstellung von Pusch, einer Organisation, die Schulen bei der Förderung der Umweltkompetenz junger Menschen unterstützt. Die heutige Leiterin Edith Häusler bespricht das Quiz anschliessend mit der Klasse. Die Schüler melden sich aktiv und hören interessiert zu, wenn die Expertin spricht. Denn vieles ist nicht nur neu, sondern auch ziemlich überraschend. «Ich hätte nie gedacht, dass 15'000 km Flüsse in der Schweiz in einem schlechten Zustand sind», sagt Nick Lustenberger. Und auch als Edith Häusler erwähnt, dass in einem Kilo Rindfleisch nicht weniger als 15'500 l Wasser stecken, machen die meisten grosse Augen. Ein wichtiges Thema ist deshalb auch das virtuelle – unsichtbare – Wasser in den täglichen Produkten.

Rainer Nock, Schulleiter der MPS Rothenthurm, sieht in der Wasserausstellung eine Gelegenheit, das Bewusstsein für Umweltthemen weiter zu stärken. Das Wichtigste sei, für Nachhaltigkeit zu sorgen, sagt er. Neben grösseren Veranstaltungen wie der Wasserwoche ist das Thema Energie und Ressourcen deshalb auch im kleineren Rahmen ein steter Begleiter des Schulalltags. «Ein Selbstläufer ist das aber nicht», sagt Rainer Nock lachend, «wir müssen immer am Ball bleiben.» Belohnt wurde die MPS Rothenthurm dafür mit der Rezertifizierung als Energieschule. Da sie 2015 als Pilotschule das Label mitentwickelt hat, war sie dieses Jahr bei den ersten, die einem Reaudit standgehalten haben.

Übrigens: Pro Tag braucht jeder von uns 4'200 l Wasser. Das meiste davon ist versteckt in Nahrung, Kleidern oder Elektronik. Wasserkraftwerke erzeugen 56 % unseres Stroms und Waldböden sind hervorragende Filter zur Wasserreinigung.