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16.08.2019

Komfortabel unterwegs im Elektroauto

Die beiden Geschäftsfahrzeuge des Bezirks Schwyz fahren seit Anfang 2018 mit 100 Prozent erneuerbarem Strom aus der Muota. Eines steht der Rektorin der Bezirksschulen zur Verfügung, das andere der Abteilung Liegenschaften. Für die Benutzer ist klar: Die Elektromobilität hat ihr Versprechen gehalten. Sie ist in der Praxis noch einfacher zu handhaben als ein konventionelles Auto und auch finanziell interessant. Innert drei Stunden sind die beiden Mercedes an der Schnellladestation vollgetankt und bereit für die Fahrten im ganzen Bezirksgebiet.

Ein kurzer Blick aufs Handy. Es meldet via App: Das Auto ist vollgetankt, Türen und Fenster geschlossen, aktueller Standort: Brüöl 7 in Schwyz. Möchten Sie vielleicht die Sitze vorwärmen lassen? «Jetzt ist es warm genug», lacht Dany Weber. Er nimmt die Treppe zum Ausgang, zieht den Zapfhahn aus dem Stecker und steigt ein. Der weisse Mercedes B250e ist mit seiner dominanten Nase ein oft gesehenes Modell des Autoherstellers. Zu attraktiven Konditionen hat dieser den Wagen zum Elektroauto umgebaut. Anstelle eines Benzinmotors kamen einfach Strom unter die Haube und eine Batterie in den Kofferraum.

Anfang 2018 hat der Bezirk Schwyz Geschäftsfahrzeuge angeschafft – als Energiestadt natürlich solche mit Vorbildcharakter. Ein Auto dient dem Ressort Liegenschaften, das zweite wurde für die Bezirksschulen angeschafft. Die Rektorin Christa Wehrli kann die sieben Schulstandorte so bequem und umweltfreundlich erreichen – die Reichweite von 200 km reicht problemlos über die Ibergeregg ins Ybrig und zurück. Während der Mercedes bis zur Passhöhe ordentlich Power in den Kurven hat, lädt er beim Hinunterfahren wieder auf.

Die jährlich bis zu 30'000 zurückgelegten Kilometer kosten zum Tanken gerade einmal 2’500 Franken Strom. Und auch der Unterhalt ist günstiger, fallen doch Ölwechsel und Co. schon mal weg. «Eigentlich», so Dany Weber, «ist es mir ein Rätsel, wieso nicht mehr lokale Organisationen auf Strom umstellen.» Der Leiter Immobilien beim Bezirk Schwyz denkt an kommunale Dienste, die Spitex, ja auch an die Feuerwehr!

Doch irgendwie hat es die Elektromobilität bis jetzt nicht geschafft, zum Standard zu werden, sie fristet immer noch ein Aussenseiterdasein. Weber selbst zweifelt noch an der Entsorgung der Batterie, auch an der Bewältigung von längeren Distanzen. Zum Biken nach Ligurien nimmt er lieber einen Benziner. Was, wenn Stau am Gotthard ist? Für die Strecken innerhalb des Bezirks, davon ist Dany Weber überzeugt, gibt es aber nichts Besseres. In Ibach passiert er nun die 50er Tafel, gibt noch einmal richtig Gas und ist innert Sekunden auf 80. Dany Weber stellt auf den «Segelbetrieb» D+ um und gleitet so gemächlich davon.